Mit einem Wort ein Phänomen. Es handelt sich um eines der erfolgreichsten Produkte der Tschechoslowakei, das in verschiedenen Ausführungen in 20 Ländern der Welt seinen Dienst versieht – von den USA bis hin nach Kasachstan. Die Entwicklung dieses Fahrzeuges war jedoch nicht einfach.

 

Die Entwicklung dieses Obusses begann im Anschluss an früher gebaute und projektierte Obus-Fahrzeuge bei Škoda Ostrov bereits in den 1960er Jahren. Das eigentliche Projekt zur Entwicklung eines Prototyps lief in den 1970er Jahren an. Bis zum Jahr 1974 gelang es, zwei Prototypen zu fertigen, die bereits eine ganze Reihe neuer Merkmale aufwiesen. Es handelte sich dabei insbesondere um eine sparsame elektronische Steuerung auf Grundlage von Thyristoren und großflächige Verglasung mit schmalen Fensterstegen. Das Design des Fahrzeuges war eines der bedeutendsten Merkmale, bezeugt es doch den Wandel von den rundlichen Formen hin zu einer klaren, kantigen Formensprache. In seiner Zeit war das Fahrzeug anderen Obussen, die in Osteuropa gefertigt wurden, klar überlegen – konnte sich aber auch mit Fahrzeugen westlicher Produktion durchaus messen.


Schon der zweite Prototyp von 1974 absolvierte allerdings die Testfahrten nicht so, wie es vorgesehen war. Die seinerzeitige Führung der Tschechoslowakei entschied nämlich, dass die Fertigung von Obussen in der ČSSR schrittweise einzustellen sei. Es schien, als wenn der neue Obustyp – sei er auch noch so hochgeschätzt – überhaupt nicht gebaut werden würde. Als Folge der Ölkrise und einer Neubewertung der Trolleybusbetriebe kam es Ende der 1970er Jahren zu einer Wiederaufnahme des Projektes und im Jahre 1980 zum Bau weiterer Prototypen, denen bereits die Nullserie und die Serienfertigung folgten. Später entstanden auch einige modernisierte und modifizierte Varianten für verschiedene Kunden. Von 1995 an wurde der Typ Škoda 14 TrM angeboten, es entstanden zudem spezielle Ausführungen für die USA – 14 TrE für die Stadt Dayton und 14TrSF für San Francisco. Außer der Standardvariante entstand auch der Prototyp eines sogenannten Obuszuges (Verbindung zweier Fahrzeuge 14 Tr) wie wohl auch die Gelenkausführung 15 Tr genannt werden muss.

Die Obusse Škoda 14 Tr bilden das Rückgrat des Fuhrparks in vielen ukrainischen Städten. Auf dem Bild sehen wir einen Obus 14 Tr in der Stadt Ivano-Frankiwsk in der Westukraine im Juli 2018. (Foto: Libor Hinčica)

Die Fertigung der Obusse  14 Tr wurde formal im Jahr 2004 beendet, als das Werk in Ostrov geschlossen wurde. Danach erfolgte noch einige Jahre lang die Fertigung von Ersatzwagenkästen für die Modernisierung älterer Fahrzeuge. Insgesamt entstanden in den Jahren 1972-2004 wohl über 3500 Obusse 14 Tr verschiedener Ausführungen gebaut, die außer in der früheren Tschechoslowakei auch in den Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, in Bosnien, in Deutschland, Ungarn, Bulgarien, China und wie bereits erwähnt auch in den USA zum Einsatz kam. Es handelt sich – nach dem Typ 9 Tr – um den zweiterfolgreichsten Fahrzeugtyp der Marke Škoda.

Die Obusse Škoda 14 Tr wurden auch in der Version benannt als 14 TrSF in das amerikanische San Francisco geliefert. Hier sind Fahrzeuge immer noch im Betrieb, wie das Bild vom August 2018 zeigt. (Foto: Honza Tran)